Samstag, 24. April 2010

Zwischenbericht aus Berlin

Seit 5 Tagen sitze ich mittlerweile in Berlin.
Aber Orte zählen für mich nicht mehr so viel. Deutschland ist so klein, ich bin trotzdem noch überall und regelmäßig im Pott. Insofern fühlt es sich nicht nach sehr großer Veränderung an ;)
Ich sehe es gerade eher wie ein neu Umkrempeln und durchdenken. Umziehen eignet sich ja eh immer um mal wieder auszumisten und so versuche ich da meinen Kopf auch mit einzubeziehen ;) Garnicht so einfach, was sich da alles angesammelt hat.
Bei mir fängt es immer wieder bei Yumendo an, weil da irgendwie der Umbruch war und sich von da ein deutlicher roter Faden durchzieht. Bzw. hat sich daraus eine klare Aufgabe für mich ergeben, die in den letzten Jahren, wenn ich zurück blicke einen ganz schönen Schwung Arbeit nach sich gezogen hat. Mit wenigen Pausen. Dadurch ist mir vor allem die Ruhe, teilweise auch die Klarheit verloren gegangen und der gestalterische Impuls, viel war irgendwie zustande bekommen. Das ist gerade meine große Aufgabe, immer mehr abzubauen und mich zu konzentrieren auf die mir wichtigen Dinge und da wacher und gestaltend dran zu gehen.
Konkret ist das gerade in erster Linie das Projekt Berufswege, wo ich in den nächsten Monaten ziemlich viel damit beschäftigt sein werde, verschiedene Menschen filmisch zu porträtieren und zu interviewen, die einen ungewöhnlichen Beruf, bzw. einen ungewöhnlichen Weg dorthin haben.
Dafür soll allerdings unbedingt noch eine neue Kamera her, weshalb gerade alles Geld von rechts nach links und wieder zurück geschoben wird, damit es am Ende vielleicht doch geht.

Soweit ein kurzer Zwischenbericht aus Berlin, Deutschland.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Ein Brief von meinem Bruder

Eindruck von Joshua Conens

Ein Statement.

Ich möchte zu Beging ein Zitat von Florian Lück anbringen was alles das zusammenfasst, was es bedeutet in der heutigen Zeit aktiv zu werden „und sein Ding zu machen“, wie es mein voller Eindruck von dem ist wie Joshua sich bewegt in der heutigen Zeit:
Meines Erachtens nach können wir uns heute nicht mehr leisten, bei allem was zu tun ist zu warten bis es staatlich anerkannt und öffentlich finanziert ist. Die Zeit schreit danach, Verantwortung zu übernehmen, initiativ zu werden und sich mit dem, was man individuell beitragen kann zu beteiligen.

Nachdem ich, nun in der Reihenfolge den dritten Film zum zweiten Mal gesehen habe, ist mir der Gedanke gekommen dir etwas schreiben zu wollen.
Ich möchte hiermit und im Folgenden vor allem meinen Respekt dafür aussprechen, wie du es schaffst, immer wieder aufs Neue loszulaufen und das was kommen will, in die Welt zu stellen, dich in die Welt zu stellen.
Mir ist aufgefallen nach dem Film wie viel du bis jetzt in die Welt gesetzt hast, wie viel du ins Leben gerufen hast.
In Erinnerung ist mir z.B. die Punkband mit einigen Auftritten und einem ganzen selbstproduzierten Album gekommen! Des Weiteren Yumendo und der Ausstieg aus dem Abitur. Ein Schritt im Vertrauen. Du hast nur die 20 Meter von deinen Autoscheinwerfern gesehen, aber du wusstest du fährst auf dem richtigen Weg und du bist weiter gefahren.
Auf deinem Weg. Drei komplette Filme sind produziert mit deutlichem Steigerungseffekt!
Das spricht für sich, wenn man es genauer betrachtet. Und es spiegelt, wenn man bei deiner Arbeit dabei sein durfte, konnte und wollte, was es braucht damit eine Steigerung stattfinden kann. Wie viele Kontakte neu geknüpft werden müssen, neue Kombinationen der Möglichkeiten werden gesehen, gefunden erschlossen. Gespräche müssen geführt werden, Verantwortung muss übernommen werden, Geld muss organisiert werden.
Das alles hast du immer und immer wieder ohne unterlass gemacht. Es braucht aber vor allem viel Bewusstsein und damit einhergehend, den Impuls über die Dinge nachzudenken, sich und das was ist um sich herum, in Frage zu stellen.
Ist es genug so wie es ist?
Reicht das aus?
Will ich mehr?
Finde ich mich mit dem ab was auf mich zu kommt, was schon da ist?
Will ich was Neues? Will ich mich an die Welt oder die Welt an mich anpassen?
Letztendlich ein Thema eures neuen Projektes: Träumer und Realisten.
Und auch in dem letzten Film ist zu sehen, dass es Geschichte hatte. Im Interview sprecht ihr von einem Zeitraum von zwei Jahren. Viel ist passiert, viel Arbeit wurde aufgewendet und wie unheimlich wichtig für die heutige Zeit, du spannend bei der Premiere erwähnt hast, haben alle Menschen, und es waren viele, ohne einen Cent für diesen Film gearbeitet. Es war teils sogar andersrum, das sie investiert haben.
Woher kommt dieser Impuls? Was ist Notwendig mit jungen Menschen so etwas zu machen? Wie können „erwachsene“ dazu beitragen und der Jugend helfen?
Ich konnte sehen wie der Inhalt des Filmes in dem Prozess der Herstellung, sich verselbstständigte und Realität wurde, außerhalb des Filmes. Ein Film im Film, oder ein Projekt im Projekt. Zu dem aufgebauten Set des Kulturortes, gesellten sich die Menschen plötzlich gerne und es entstand ein Kulturort nicht nur im Film!
Was ist nötig damit so was entsteht?
Ich habe mich, wenn ich deine Arbeit betrachte stark an R. Steiner erinnert, der Tag und Nacht gearbeitet hat und ein Werk in die Welt gestellt hat was unglaublich ist. Nicht nur seine „theoretischen“ Schriften und Vorträge, die meiner Vorstellung der Machbarkeit überschreiten, sondern auch alles Praktische hat er durch sich hervorbringen können. Ich meine, man sagt ihm nach, er wäre ein Mann der Tat gewesen.
So bin ich umso mehr tief beeindruckt von den Bewegungen die du vollführst.
Doris fragte mich noch vor dem Film, ob ihr damit Geld verdient? Oder wie ihr den leben könnt? Weil man müsste ja leben!

Was heißt eigentlich Leben?

Du stellst ein Exampel für die Möglichkeiten heutzutage, die Machbarkeiten in den Raum und in die Zeit.
Das eine ist, das zu tun was du wirklich, wirklich willst, und das machst du. Und selbst bei dem Endgültigen Produkt, der DVD, jetzt kann man sie in den Händen halten, seit ihr wach und sagt nicht, nun wollen wir uns endlich auszahlen lassen, nein, sondern selbst im letzten Zuge seid ihr am Puls der Zeit und gestaltet es frei, demjenigen die Zahlungsoption offen zu lassen, die er bevorzugt!
Es geht um was anderes. Über Geld wurde noch zu wenig gesprochen. Und es wäre zu einfach Filme zu machen um Geld zu verdienen.
Wim Wenders würde euch da bestätigen.
Das ist gelebter Optimismus, gelebtes Vertrauen auf die Machbarkeit der Dinge die in euch, in dir liegen und raus können. Es funktioniert.
Und dafür nimmst du die „harte“ Realität in kauf, das du schauen musst woher du deine Brötchen kaufst. Es ist an einer Hand abzulesen wie viel am Ende des Monats übrig bleibt. Es ist deutlich: Arbeit sucht Einkommen!
Und trotzdem wendet ihr den Blick auf das was die Zeit fordert, was raus muss, was ein Kuhdorf wie Witten braucht! Ein Kulturort für junge Menschen. Euer Blick geht nicht da hin, euer größtes Glück darin zu finden, keine Geldsorgen mehr zu haben.
Das was es an Arbeit kostet euch verpflegen zu können, wohnen zu können, so scheint mir, wiegt die Arbeit dir Ihr macht, die Arbeit die ihr wirklich, wirklich wollt, um das 100 fache wieder auf.
Es ist ein starker Wille der hinter alle dem steht und eine starke Überzeugung.
Selbst Waldorflehrer haben sich gefragt, woher nehmt ihr solch ein Urvertrauen, das ihr mit solch einem Mut „einfach“ das macht was ihr macht und authentisch dabei bleibt?!
Solche Fragen sprechen für sich und sind für unsere Gesellschaft ein Armutszeugnis.

Es darf nicht verschwiegen werden, dass Jedermann dich als PC - Junky kennt und sich des Öfteren über dein gesundheitlichen Zustand die ein oder andere Sorge macht, wenn du aus bleichem Gesicht, erschöpft, etwas abgemagert, aus roten Augen schaust, Kaffee brauchst weil deine Kopfschmerzen glühen.
Workerholiker, keine Frage. Aber auch diese Seite wird von dir beleuchtet und bearbeitet, genauso wie die meisten Bewegungen während du arbeitest.
Was alles nötig war um diesen Film zu realisieren, ist schwer nachzuvollziehen.
Wenn wir Badmann 3 sec durch New York fliegen sehen, können wir uns auch nicht vorstellen, wie viele Spezialisten Tag und Nacht daran gearbeitet haben, das der scheiß Badmann sich in jedem Fenster spiegelt. Soviel Energie für so wenig Veränderung auf er Welt!
Ich habe aber den Eindruck, dass dein Einsatz mit der Qualität des Ergebnisses übereinstimmt. Es hat Bezug zur Realität. Sichtbar gewordene Idee. Eine Idee umzusetzen, darum geht es heut zu Tage.
Wie mach ich das? Du beantwortest diese Frage mit Taten.
Mir ist es wichtig dies Auszusprechen um es auszusprechen. Es ist mir bewusst das du weist, was du machst, was du bewirkst, was du sähst. Ich möchte deine Arbeit hiermit noch mal bekräftigen und auch von meinem Gefühl bestätigen.
Es ist richtig für JETZT!
Wir brauchen dich!
Es muss so weiter gehen und weitere Feuer entfacht werden, damit wir nicht wieder dem Alten das Spielfeld überlassen, uns nicht immer und immer wieder von alten Gewohnheiten, alten Ansichten, Weltanschauungen, Verhaltensmustern, aufhalten lassen, endlich das zu tun was wir wollen und das mit dem zu verbinden was wir können!
Träumer sind Realisten.

Marian
Brasilien (http://www.marian.eu.ki/), den 2. Januar 2010

Montag, 30. November 2009

Lernen in Freiheit

In den letzten beiden Wochen war ich wieder sehr viel unterwegs: EinLeben zeigen im Süden. Dabei entstanden auch viele Treffen mit bekannten und neuen Leuten, viele interessante Gespräche.
Dabei ist mir ein Aspekt besonders wichtig, auf den ich kurz versuchen will einzugehen, weil das schon sehr lange eine Frage für mich ist: letztendlich die Frage nach dem Lernen.
Ich glaube, dass ist ein Stück weit eben auch eine Lebensfrage von mir, die vor allem mit Yumendo begonnen hat. Und sich aber jetzt immer weiter zieht durch die Frage nach einer Ausbildung. Dabei interessiert mich am meisten die Frage, wie man an das Wissen kommt und inwiefern es dafür Lehrer braucht und wenn ja, was deren Aufgabe ist.

Auch gerade was Kinder angeht, war das für mich immer wieder eine Frage und ich war und bin mir nach wie vor z.B. nicht so sicher, soweit ich mir das abstrakt überlegen kann, ob ich meine Kinder in die Schule schicken würde.
Was mir dabei nämlich immer aufstößt ist dieses Bild, dass wir den Kindern etwas beibringen müssen.

Insofern ist also das Entscheidende für mich die Freiheitsfrage. Inwiefern kriegen wir das Lernen in die Freiheit, dass ich aus einem eigenen, freien Impuls lerne. Ich erlebe oft, dass Lernen etwas aufgezwungenes ist, dass man lernen muss, weil Bildung wichtig ist. Und wenn man nichts gelernt hat, dann wird nichts aus einem. Deshalb muss man gewährleisten, dass jeder lernt und also wird es verordnet und man wird dazu gezwungen.

Ich erlebe aber an mir selbst und durch die verschiedenen Projekte, die ich gemacht habe, dass Menschen aus sich heraus einen Impuls einwickeln können, etwas lernen zu wollen. Und ich bin fest davon überzeugt, dass auch Kinder diesen haben.
Deshalb meine Frage, warum muss ein Kind lesen und schreiben lernen? Warum macht keiner ernst damit, zu sagen, entweder jemand wird es brauchen und dann wird er es lernen oder eben nicht.
Man muss nicht Film studieren um gute Filme zu machen. Man muss ein Interesse haben und dann wird man dem nach gehen und Vertiefung suchen. Das ist Bildung.

In einem Gespräch mit einem Freund, der Lehrer und Vater von 4 Kindern ist, wurde für mich noch mal ein schönes Bild deutlich im Bezug auf das Lernen von Kindern:
Sie wissen eigentlich alles selber. Es geht nicht darum, ihnen etwas beizubringen. Sie wissen selber was Sache ist, was sie wollen, was ihnen wichtig ist. Das Problem ist nur, dass sie es nicht formulieren können, dass sie kein klares Bewusstsein dafür haben. Deshalb ist es die Aufgabe als "älterer" Mensch, als Eltern, als Pädagoge oder warum auch immer man mit Kindern zu tun hat, herauszuhören, zu sehen, zu fühlen, was Kinder meinen, was sie einem mitteilen wollen. Herauszufinden, auf welche Art sie versuchen mir mitzuteilen, wie es ihnen geht, was sie wollen, was ihnen wichtig ist etc.

Und dann komme ich eben aus dieser Autorität raus, aus dem Bevormunden, aus dem Zwang. Weil es nicht darum geht, jemandem anderes zu sagen, was für ihn richtig ist, was er tun muss, auch nicht Kindern.
Das bedeutet mir sehr viel, weil ich glaube, dass da ein wirklicher Freiheitsmoment gelebt werden kann, der wahrscheinlich viel verändert, wenn Kinder diesen von Anfang an mit auf den Weg bekommen.
Und ich glaube, das Schöne daran ist, dass es ja dann nicht mehr darum geht, dass man Kindern nichts verbieten darf. Man bewegt sich dann auf einer Ebene darüber, oder darunter, wo es um ein wahrnehmen dessen geht, was das Kind mir eigentlich mitteilen möchte, was ihm wirklich wichtig ist. Und dabei geht es oft nicht um die logische, verbale Kommunikation, wie wir sie gewöhnt sind.

Es geht nicht darum, anderen Menschen die Welt zu erklären. Was man grundsätzlich als ernst zu nehmende Bildung versteht ist heutzutage in den meisten Fallen institutionalisiert. Und dabei erlebe ich fast immer dieses Bild, dass es Lehrer gibt, oder Dozenten, oder Meister, oder Prof´s, deren Aufgabe es ist, unwissenden die Welt zu erklären. Deswegen zieht es mich überhaupt nicht an eine Uni oder in eine Ausbildung. Auch wenn es hier ganz sicher Ausnahmen gibt!

Ich sehe an vielen Stellen einen Impuls und ein Wissen darum, dass das Entscheidende immer weniger das abfragbare, das abstrakte, das gezwungene, das auswendig gelernte Wissen ist. Es geht immer mehr darum, das einzelne, konkrete Menschen in sich selbst etwas erleben, etwas vorfinden, dass zu einem unwiderstehlichen Antrieb wird, etwas tun zu wollen, etwas wissen zu wollen, etwas verändern zu wollen. Und daheraus entsteht ein wirklicher Impuls etwas zu verstehen, etwas zu erkennen. Und ich glaube jeder Mensch, der dieses Erlebnis hatte, diese innere Klarheit, der wird verrückt dabei, wenn ihm dann andere Menschen meinen von oben herab erklären zu müssen und zu können, wie es genau funktioniert, was richtig ist.

Lernen in Freiheit heißt für mich, dass jeder Mensch für sich selbst die höchste Instanz ist. Jeder kann nur für sich selbst einen Punkt finden, aus dem ein wirkliches Interesse entsteht. Und jeder Mensch hat die Anlage dazu. Insofern ist die große Aufgabe, Möglichkeiten, Freiräume zu schaffen, das Menschen diesen Impuls in sich entdecken und kultivieren können. Und dann besteht die Aufgabe darin, ihn darin zu unterstützen, was er selber als Frage hat, mit ihm zusammen zu fragen und wirklich Neues zu erkennen, gemeinsam nach Erkenntnis zu ringen. Die Fragen die jemand stellt vertiefen und nicht Antworten geben auf Fragen die garnicht gestellt wurden.
Dieses Verständnis trägt meines Wissen nach unter anderem die Waldorfpädagogik in sich. In der Praxis erlebe ich diesen dort jedoch sehr selten.


Das Ganze ist für mich auch nur an einigen Stellen klar und an vielen Stellen weiterhin eine große Frage und kann und soll somit nur als ein Zwischenbericht verstanden werden.

Fragen Anregungen, Ergänzungen herzlich willkommen.

Donnerstag, 5. November 2009

Woher kommt die Kraft?

In den letzten Wochen wurde es jetzt doch noch mal sehr deutlich, dass ich ein bisschen Wind aus den Segeln nehmen muss - zu vieles zieht vorbei.
Ich merke, dass es mir wirklich schwer fällt Ruhe zu finden, zu lesen, Zeit für mich zu haben (wenn ich doch mal etwas Ruhe finde nutze ich sie meistens um an dem neuen Drehbuch zu schreiben ;)).
So bin ich in letzer Zeit doch sehr in ein gefühltes abarbeiten gekommen. Aber das ist ja die bekannte Ziwckmühle zwischen der Arbeit und der Zeit für sich. Wobei ich mich immer wieder frage, ob es wirklich sein muss, dass ich weniger mache, um mehr Zeit für mich zu haben? Oder ist es nicht zu schaffen, die Kräfte anders zu verteilen?
Weil ich natürlich merke, dass damit auch eine wirkliche Qualität verlohren geht, wenn ich es nicht mehr schaffe in dem drin zu stecken, was ich mache, wach zu sein und Ruhe zu finden und andererseits merke ich eben, wie wichtig es ist, dass ich das mache, was ich mache. In den meisten Fällen würde das sonst wegfallen, nicht gemacht werden. Und dafür scheinen mir die Sachen zu wichtig, als dass man sie weglassen könnte.
Insofern ist es weie immer irgendwo die Mitte zwischen manche Projekte auch wirklich sein lassen und trotzdem die Frage: Wie finde ich die Kraft für die Dinge, die wirklich wichtig sind?

Zu dem ganzen Thema kommt noch dazu, dass ich jetzt seit letzter Woche einen 400 Euro Job im Supermarkt habe, der das ganze wenigstens schon mal etwas entspannt, weil somit immerhin klar ist, dass wir genau die Miete jeden Monat zahlen können. Andersherum sorgt das natürlich wieder dafür, dass ich bei allem anderen gestreßter bin, weil mir 14 Std. in der Woche fehlen ;)

Auf jeden Fall geht es weiter. Und nach dem in den letzten Wochen immer ziemlich viel los war und unter anderem fast die ganze Yumendo Manschaft da war, wurde im Gespräch mit Nils nochmal deutlich, dass ich auf jeden Fall erstmal so weiter machen werde. Ich sehe nach wie vor keinen anderen Weg, als Stück für Stück immer weiter an der Berufsfindung zu forschen und durch einzelne Projekte mich selber auszubilden.

Dienstag, 3. November 2009

Einleben DVD



Liebe Freunde und Feinde des großen Kinos,

nun endlich ist es soweit, die DVD zu dem Filmprojekt EinLeben ist im Presswerk.

Zusammen mit dem Film ist nun auch ein ausführliches, einstündiges Making of und 5 entfallene Szenen sowie ein 16 seitiges Booklet mit dabei. Alles in allem also reichlich Material.


Kosten tut uns die DVD 2,50 Euro pro Stück. Wichtig ist für uns aber an aller erster Stelle, dass jeder, der die DVD haben will, sie auch bekommt. Insofern bekommt jeder die DVD und wir freuen uns, wenn jeder der kann nach seinen Möglichkeiten einen kleinen Unkostenbeitrag leistet.

Also, wer die Scheibe haben will, einfach die Adresse an uns mailen (info@einleben-film.de) oder folgendes Formular ausfüllen (http://www.einleben-film.de/1.film/dvd.php) und dann kommt sie in Kürze per Post.


Liebe Grüße,

Joshua


Mittwoch, 30. September 2009

Nicht müde werden

Die letzten Wochen war ich wirklich ziemlich intensiv damit beschäftigt Geld zu verdienen. Wodurch natürlich alles andere länger liegen bleibt und ich noch mehr Stress bekomme ;)
Aber jetzt ist die Miete für Oktober zusammen.

In den freien Minuten versuche ich aktuell z.B. für das Berufswege Projekt (siehe rechts) Gelder zu bekommen, in der Hoffnung mich daüber auch ein bisschen finanzieren zu können.
Und natürlich für Einleben gibt es nach wie vor viel zu tun, so basteln wir gerade intensiv an der DVD, planen die nächsten Aufführungen in München, Basel, Berlin und hoffen dann bald auch die ersten Schulklassen besuchen zu können (gar nicht so einfach mit denen ;)).

Damit mir nicht langweilig wird, kam jetzt die Tage auch noch die Idee auf, im nächsten Sommer eine Tagung auf die Beine zu stellen, zum Thema unseres neuen Films: Träumer und Realisten. Irgendwie so in die Richtung, verschiedene Träumer und Idealisten zusammen zu bringen und gemeinsam daran zu forschen, wie man Ideen und Projekte Realität werden lassen kann, wie Realität entsteht. Dabei sollen dann auch Filmszenen auf der Tagung spielen, so dass also parallel gedreht wird ;) Mal schauen, was sich da noch ergibt.

Auch sind wir (Caro und ich) immer wieder am überlegen wegen unserer Wohnsituation. So hat z.B. ein Freund von uns sich gerade ien super Haus gekauft, wo wir derzeit überlegen mit einzuziehen. Wird eine 6er WG, sehr bunt gemischt, aber ein mega Haus, nur leider in Rüdinghausen, fast bei Kruckel ;)
Und wie ich gestern erfahren habe, gibt es im Wittener Stadtpark eine wunderschöne Villa, wo man mit 10 Menschen wohnen könnte und aber noch große Flächen hätte, die man für Projekte und ähnliches nutzen könnte/müsste.

Also wirklich ziemlich spannend, man kann Witten ganz schön rocken. Fehlen nur noch ein paar Leute. Das erlebe ich tatsächlich immer wieder als Knackpunkt.
Soweit...

Donnerstag, 17. September 2009

Es wird Herbst

Ich mag den Herbst (auch wenn ich mir damit wahrscheinlich viele Feinde mache ;)).
Ich habe jedesmal das Gefühl, dass ich innerlich ruhiger werde, wenn draußen der Absterbeprozess beginnt. Das tut mir sehr gut, weil meistens alles so viel ist. So ist mir der Herbst eine Hilfe, mehr innere Ruhe zu finden, auch mal einfach gemütlich irgendwo sitzen und lesen oder schreiben.
Zudem ist bei mir auch der Herbst oft der Punkt gewesen, wo neue Projekte entstehen, wo wieder neues in Gang gesetzt wird und insofern viel Konzept-Arbeit stattfindet - Ideenfindung.
Obwohl diese Woche bei mir etwas im Kontrast dazu steht ;)
Ich bin eigentlich ununterbrochen dabei, auf drei verschiedenen "Baustellen" Geld zu verdienen um mal langsam ein paar meiner Schulden wieder los zu werden.

Zwischen dem geht es aber trotzdem gut voran mit den verschiedenen Projekten. So hat es sich ergeben, dass ich für das Interviewprojekt (siehe rechts) eine wissenschaftliche Begleitung habe und das ganze Projekt dadurch eben auch einen wissenschaftlichen Teil bekommt. Mal sehen wo das noch hinläuft ;)

Und wir planen ja wild an unserem neuen Spielfilm, wo wir gerade am hin und her spinnen sind, ob wir irgendwie bei der Filmstiftung NRW einen Fuss in die Tür bekommen (dass sind die, die auch alle richtig großen deutschen Filme fördern ;)).

Wie gesagt, bei mir geht es im Herbst immer viel um Ideenfindung, Konzepte und Anträge schreiben - Ideen langsam realität werden lassen!

Freitag, 4. September 2009

Andreas Dresen live

Sehr cool und verrückt:
ich war heute, also gestern mit Caro bei der NRW Premiere von dem neuen Film von Andreas Dresen mit dem Titel "Whisky mit Wodka". Und da wir beide den Knaben sehr schätzen war es cool, ihn mal live zu erleben. So haben wir uns die Chance natürlich nicht nehmen lassen, und ihn nachher noch mal kurz angequatscht. War sehr cool, weil er z.B. sagt, auf meine Frage, was ihm denn am Wichtigsten ist, worauf er wert legt bei einem Film, dass er die Figuren am wichtigsten findet, dass sie möglichst vielschichtig und eben nicht linear sondern wiedersprüchlich und chaotisch sind! Dann hätte er eben das Gefühl, ist es echt, dass alle Menschen so viele Seiten gleichzeitig in sich vereinen.
Sehr cool und aber irgendwie auch abgefahren, wenn man mit sojemandem dann mal direkt reden kann ;)

Mittwoch, 2. September 2009

Gesellschaftlicher Wandel

In letzter Zeit tauchte in verschiedenen Gesprächen immer wieder auf, dass es in der nächsten Zeit ziemlich interessant werden könnte, durch die Entwicklungen vor allem auf dem Arbeitsmarkt und im Finanzwesen. Ich habe auch das Gefühl, dass immer deutlicher wird, dass bestimmte Ideen und Konzepte heute nicht mehr funktionieren und die Auswirkungen dessen langsam so gravierend sind, dass man sich tatsächlich anfängt Gedanken zu machen.
Trotzdem ist es natürlich interessant, wie weit es noch gehen muss, bis sich wirklich grundlegend etwas ändert, z. B. am Umgang mit Geld oder der Erwerbsarbeit. Und eben insofern wie dramatisch es werden wird und wie wir uns dann verhalten, also ob der Staat tatsächlich immer mehr Freiheiten einschränkt um Sicherheit zu gewährleisten (was ich schon deutlich als Tendenz erlebe) oder, bzw. und wie wir es schaffen, dem etwas neues entgegen zu stellen, uns unabhängig zu machen, vom großen Ganzen, also neue Wege und Zusammenhänge zu finden, die wir selber überblicken können.
Das sehe ich als Aufgabe, da immer mehr eine Art "Gegenkultur" zu kultivieren von Menschen und wirtschaftszusammenhängen, die sich gegenseitig unterstützen und tragen, und dadurch die Möglichkeit haben, von anderen Grundlagen aus die Dinge anzugehen.
Auf jeden fall glaube ich, wird es spannend ;)

Sonntag, 16. August 2009

Träumen ist realistisch

Im folgenden eine Mail, die ich vor ein paar Tagen an ein paar Leute hier verschickt habe.

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Ich bin da ja schon ziemlich lange dran, immer wieder zu gucken, wie man es hinbekommen kann, sein Leben so zu leben, wie es nötig ist, seinen Weg zu gehen.
Und in letzter Zeit hatte ich das Gefühl, ist mir das wieder sehr häufig begegnet, dass es auch anderen so geht. Dass es da diesen Impuls gibt selber etwas zu unternehmen, nicht das machen was da ist – seinen eigenen Weg gehen, sich alleine durchschlagen, eigene Regeln schaffen, nicht zu viele Kompromisse. Auf die Reise gehen, nach außen und innen.

Und auf der anderen Seite bemerke ich dabei immer wieder die Gleichen auftauchenden Probleme und Herausforderungen:
Man steht so alleine da und hat dabei noch nicht mal wirklich einen Plan.
Man muss sich irgendwie organisieren, braucht was zu essen und Geld für die Miete und hat aber eigentlich nicht den geringsten Plan, warum überhaupt aufstehen?! Auch wenn ich so grob weiß, in welche Richtung ich will, wo ist der konkrete „Pack an“???
Wie geht man seinen Weg Schritt für Schritt?
Wie finde ich heraus, was genau ich tun will?
Wie finde ich einen Platz, an dem ich gebraucht werde?
Wo finde ich andere Menschen, die mit mir ein Stück Weg gehen wollen, auf die ich mich verlassen kann, die mich stützen, mit denen ich zusammen etwas lostreten kann?
Und wo finde ich äußere Formen, Kultur, Szene, coole Schuppen, einen Ort wo was los ist?

Ich glaube eben, dass sich aus den beiden obigen Punkten das ergibt, was unsere Aufgabe ist. Zumindest sehe ich das bei mir selbst sehr deutlich, aber ich glaube, dass da etwas sehr grundlegendes drinsteckt, dass es eine große Bedeutung hat, ob wir, die jungen Menschen es schaffen, unseren Traum zu leben (träumen ist realistisch). Da sind wir auch wieder bei unserem neuen Film.

Deshalb ist mir das ein großes Anliegen, dass besser zu fassen und konkreter anzugehen. Weil es eben so schwer ist, dass wirklich hinzubekommen.
Insofern fände ich es total großartig, wenn wir es schaffen, uns da noch mehr zu vernetzen, zusammen zu halten, uns irgendwie dabei zu unterstützen. Denn ich glaube, das es deutlich leichter wird, wenn man sich zusammen schließt, wenn man andere hat, die einem helfen, wenn man gemeinsam Dinge angehen kann und Menschen hat, die ähnliche Herausforderungen haben.

Wenn ihr da Interesse habt, fände ich es super, da weiter dran zu arbeiten: Formen zu entwickeln, wie wir es schaffen, das zu tun, was uns wirklich wichtig ist – da mal gemeinsam rumzuspinnen, was das konkret heißen kann, wie wir uns zusammentun können.